Mindestlohn Österreich 2026 – Alle Kollektivverträge & Branchen

Aktuelle Mindestgehälter, Kollektivverträge und deine Rechte als Arbeitnehmer in Österreich 2026.

📅 Stand: Juli 2026 🇦🇹 Österreich

Das Wichtigste in Kürze

Wie funktioniert der Mindestlohn in Österreich?

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Österreich keinen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Stattdessen werden Mindestgehälter über Kollektivverträge geregelt.

Ein Kollektivvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, die für alle Arbeitnehmer einer bestimmten Branche gilt. In Österreich gibt es rund 900 Kollektivverträge.

Rechtliche Grundlage

Die Kollektivverträge sind nach dem Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) rechtsverbindlich. Arbeitgeber dürfen nicht weniger zahlen als im KV vereinbart – eine Unterschreitung ist gesetzwidrig.

Mindestlohn nach Branchen 2026

Hier eine Übersicht der wichtigsten Branchen und ihrer KV-Mindestgehälter für ungelernte Arbeitskräfte (2026, brutto, 14x):

Branche Mindestgehalt (brutto)
Handel (Vollzeit) 1.950 €
Gastronomie & Hotellerie 1.850 €
Metalltechnische Industrie 2.215 €
Baugewerbe 2.180 €
Pflege & Gesundheit (SWÖ) 2.350 €
IT-Dienstleistungen 2.450 €
Banken 2.650 €
Transport & Verkehr 2.050 €

Hinweis: Die angegebenen Beträge sind Richtwerte für die niedrigste Beschäftigungsgruppe. Mit Ausbildung, Berufserfahrung oder besonderen Qualifikationen steigen die Mindestgehälter deutlich.

Was tun, wenn der Arbeitgeber zu wenig zahlt?

  1. KV herausfinden: Prüfe, welcher Kollektivvertrag für dein Unternehmen gilt (siehe Dienstzettel oder Arbeiterkammer-Website)
  2. Mindestgehalt prüfen: Vergleiche dein Gehalt mit dem KV-Mindestgehalt deiner Beschäftigungsgruppe
  3. Arbeitgeber ansprechen: Weise höflich auf die KV-Verpflichtung hin
  4. Arbeiterkammer kontaktieren: Die AK hilft kostenlos bei der Durchsetzung deiner Rechte

💡 Tipp: Mit dem Brutto-Netto-Rechner kannst du berechnen, was von deinem KV-Mindestgehalt netto übrig bleibt.

Entwicklung der Mindestlöhne in Österreich

Die Kollektivverträge werden jährlich durch die Sozialpartner (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) neu verhandelt. In den letzten Jahren gab es folgende Entwicklung:

Häufig gestellte Fragen

Gilt der KV-Mindestlohn auch für Teilzeit?

Ja, die KV-Mindestgehälter gelten anteilig auch für Teilzeitkräfte. Bei 20 Stunden (50% Teilzeit) bekommst du also die Hälfte des Vollzeit-Mindestgehalts.

Gelten KV-Mindestgehälter auch für Überstunden?

Ja, die Überstundenzuschläge (50% oder 100%) werden auf Basis des KV-Mindestgehalts berechnet. Der tatsächliche Stundenlohn darf nicht unter dem KV-Mindeststundenlohn liegen.

Was ist mit 13. und 14. Gehalt?

Die angegebenen KV-Mindestgehälter beziehen sich auf die monatliche Auszahlung bei 14 Gehältern. Das 13. und 14. Gehalt ist in Österreich gesetzlich verpflichtend (außer bei All-in-Verträgen mit 12 Gehältern).

Gibt es einen Mindestlohn für Lehrlinge?

Ja, Lehrlinge haben Anspruch auf eine Lehrlingsentschädigung, die ebenfalls im Kollektivvertrag geregelt ist. Diese steigt mit jedem Lehrjahr. Im ersten Lehrjahr liegt sie meist zwischen 700 € und 1.000 € brutto.

Weiterführende Links

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Firat Bayrak

Entwickler und Betreiber von rechnify.at. Erstellt kostenlose Online-Rechner für Österreich und Deutschland mit Fokus auf Transparenz und Datenschutz. Alle Berechnungen basieren auf amtlichen Quellen (BMF, WKO, Sozialversicherung).

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Quellen: Kollektivvertrag.at (WKO), Arbeiterkammer (AK), BMF Österreich, Sozialversicherung.gv.at. Stand: Juli 2026.

Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026 · Permalink